Unterwegs in Sachen Energiewende

Politisch kontrovers diskutiert, forciert oder blockiert – das ist sie, die Energiewende. Große Umstrukturierungen stehen im deutschen Stromnetz an und die Art, wie wir Energie erzeugen und verteilen, wird sich grundlegend ändern.

Das war für mich ein Grund, mich in den vergangenen Monaten intensiv mit dem Thema auseinanderzusetzen.

TalKIT in Karlsruhe (22. – 23. Mai 2013)

TalKIT ist eine Veranstaltung am KIT, dem Karlsruhe Institute of Technology, die von einer dortigen Hochschulgruppe organisiert wird. Dieses Jahr stand die Veranstaltung unter dem Motto: „Reinventing Energy – Aufbruch, Umbruch, Durchbruch ?!“ . Die Veranstaltung fand in Form von Vorträgen, Workshops, Führungen und einer Podiumsdiskussion statt – jeweils von interessanten Persönlichkeiten.

Ein großes Thema war die Frage, wie unsere Energienetze in Zukunft aussehen könnten. Darauf wurde in mehreren Vorträgen von unterschiedlichen Referenten eingegangen – von Dr. Martin Schumacher (Mitglied des Vorstands, ABB Deutschland), von Prof. Rik W. De Doncker (Institut für Stromrichtertechnik und Elektrische Antriebe RWTH Aachen, Direktor E.ON Energy Research Center) sowie von Dr. Frank-Detlef Drake (Leiter Forschung und Entwicklung bei RWE).

Die Veranstaltung wurde durch ein sehr gut organisiertes Rahmenprogramm abgerundet – eine tolle Leistung des studentischen Organisationsteams!

InterSolar in München (20. Juni 2013)

Die Messe „InterSolar“ in München ist nach eigenen Angaben „die weltweit größte Fachmesse der Solarwirtschaft“ (Quelle). Ein großes Thema war dieses Jahr die Speicherung von Solarstrom. Auf diesem Gebiet haben viele Unternehmen inzwischen Produkte für den Heimgebrauch auf Akkubasis anzubieten.

Die meisten Impulse habe ich aus den Vorträgen während der Messe mitgenommen. Gerhard Stryi-Hipp, Leiter Energiepolitik am Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme ISE referierte über Entwicklungen im Energiesystem bis 2050.

Ein Referent des Berliner Thinktanks „Agora Energiewende“ berichtete über den aktuellen Stand der Energiewende und die politischen Herausforderungen für die Zukunft.

Neue Sichtweisen habe ich auch aus dem Vortragsprogramm der Sonderschau „Rural Electrification“ mitgenommen. Dort ging es um die Elektrifizierung des ländlichen Raums in Entwicklungs- und Schwellenländern. Die Vorträge haben mir bewusst gemacht, dass es beim Einsatz von erneuerbaren Energien in diesen Regionen um ganz andere Schwerpunkte geht, als dies bei der deutschen Energiewende der Fall ist. Während wir hier nach technischen Lösungen für 50 kW-Schnellladestationen für Elektrofahrzeuge suchen, geht es in diesen Regionen der Welt erst einmal darum, genügend bezahlbaren Strom aus erneuerbaren Energien für die Beleuchtung bereitzustellen.

Stromseminar der Elektrizitätswerke Schönau (5.-7. Juli 2013)

Der Stromversorger „Elektrizitätswerke Schönau“ lädt jedes Jahr zum sogenannten Stromseminar ein. Bei dieser Veranstaltung werden Vorträge und Diskussionen mit Fachleuten aus der Erneuerbare-Energien-Branche angeboten.

Dieses Jahr waren Referenten vom Fraunhofer-Institut, von den EWS, von der GLS Bank, vom Baden-Württembergischen Genossenschaftsverband sowie von der Universität Oldenburg zu Gast. Ich hatte das Gefühl, dass an dieser Veranstaltung sehr viele Personen teilgenommen haben, die selbst in einer leitenden Funktion einer Energiegenossenschaft sind.

Eine sehr interessante Veranstaltung mit einem tollen Rahmenprogramm – vom Gutedelabend bis zur „Schönauer Stromnacht“ mit dem Kabarettisten Georg Schramm.

Die Veranstaltung in Schönau war für mich die motivierendste Veranstaltung. Bei mir ist – neben der traumhaften Landschaft des Schwarzwaldes – vor allem das Gefühl geblieben:

„Wenn sich so viele engagierte Menschen für die Energiewende einsetzen, dann schaffen wir diesen Umbruch auch!“

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